Evangelische Kirchengemeinde


Bieberstein-Dipperz


Kirchenkreis Fulda / Evangelische Kirche von Kurhessen - Waldeck

Mitarbeit im Kirchenvorstand - eine Aufgabe für mich?

Mit dieser Frage habe ich mich vor 6 Jahren zum ers­ten Mal beschäftigt,als ich mich zur Wahl für den Kir­chenvorstand stellte.
Kon­kret wurde sie jedoch erst im Sommer 2010, nach­ dem ein gewähltes Mit­glied des Kirchenvorstandes ausschied und ich
als eine der bei der letzten Wahl aufgestellten Kandidaten nach­ rückte.

Damit stellte sich für mich die Frage, wie kann ich mich in diesem Team der Kir­chenvorstände einbringen?
Dabei zeigte sich sehr schnell, ich muss nicht alle Aufgaben selbst finden, sie finden mich!
Da war zunächst erst einmal der Küsterdienst, der von den 6 Mitgliedern des Kirchenvor­standes
aus des Bereiches Bieberstein in der Johann-Sebastian-Bach Kapelle auf Schloss Bieberstein und
von den 6 Mitgliedern des Bereiches Dipperz in einem rotierenden Sys­tem in der Michaelskapelle in Dipperz geleistet wird.

Der Küsterdienst hat mir von Anfang an Freu­de gemacht, auch wenn ich trotz gründlicher Einfiihrung durch den langjährigen Kirchen­vorsteher Günther Schröter immer wieder überlegen musste: wird jetzt Glocke 1 oder Glocke 2 zuerst für das Eingangsläuten betä­tigt und bei welchem Lied wird der Klingel­ beutel eingesammelt? Aber die Kirche für den Gottesdienst vorzubereiten, sie an besonderen Festtagen zu schmücken, das Wasser für die Taufe anzuwärmen oder die Hostien fiir das Abendmahl auf den Altar zu stellen ist fiir mich eine besondere, feierliche und andächti­ge Aufgabe. Ich genieße es, inne zu halten, lausche den Organisten, die die Lieder noch einmal durchspielen,bevor ich dann die ersten Gottesdienstbesucher begrüßen kann. Auch bei den alle 6 Wochen stattfindenden Sitzungen des Kirchenvorstandes musste ich mich erst einmal orientieren. Da war die Viel­falt der Themen und Anforderungen, die mir auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen teils mehr, teils weniger nahe waren - aber auch die Vielfalt der Menschen. Wenn es in den Sit­zungen um Finanzen,Bauvorhaben oder die Vorbereitung der Gemeindeveranstaltungen geht, sprechen nicht selten 10 Leute und es gibt 11 Meinungen. ,,Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist", Zitat aus dem 1. Korintherbrief (12,4) und Titel des Handbuchs fiir den Kirchenvorstand - dies ist hier leben­dig. Jedem liegt das Wohl der Gemeinde am Herzen. Dies verbindet, und es finden sich immer wieder Lösungen, und durch Abstim­mung kommt es immer wieder zu einer Ent­scheidung - wenn auch manchmal erst nach unendlich langen Diskussionen. Bei den Inhalten war für mich sehr schnell klar, wo ich meine Schwerpunkte setzen kann. Beim Redaktionskreis überlegen und mitge­stalten, welche Themen der nächste Gemeindebrief aufgreifen soll - ja, das konnte ich mir gut vorstellen. Auch wollte ich mich dafür einsetzen, die Gemeinschaft katholischer und evangelischer Christen durch die Vorbereitung und Durchfuhrung ökumenischer Veranstal­tungen wie den Weltgebetstag und den Schöp­fungstag zu stärken. Bei all diesen Aufgaben habe ich immer wie­ der neue Anforderungen mit meinen Erfah­ rungen verknüpfen können. Auch als Diako­ nie-Beauftragte der Gemeinde konnte ich an Bewährtes aus meinem beruflichen Hinter­ grund anknüpfen. Sehr interessant, anregend und bereichernd ist fiir mich der Austausch mit Kirchenvorstehern anderer Gemeinden des Kirchenkreises der auf den gemeinsamen Veranstaltungen der Diakonie-Beauftragten oder auch auf den jährlichen Fortbildungen fiir Kirchenvorstände in Bad Orb möglich ist. Unsere Gemeinde ist räumlich sehr weit ver­ zweigt, man kennt sich nur teilweise aus der Nachbarschaft, oft nur "vom Sehen", leider mitunter gar nicht. Es ist nicht einfach, eine lebendige Gemeindearbeit zu gestalten, mög­ lichst viele zu erreichen und einzubeziehen. Im September steht die Wahl eines neuen Kirchenvorstandes an. Ein Anliegen dieses Beitrages sollte es sein, die Arbeit im Kir­chenvorstand präsenter zu machen und anzu­regen, vielleicht einmal selbst über die Frage nachzudenken: Mitarbeit im Kirchenvorstand - eine Aufgabe für mich? Dr. Ulrike Schindler