Weltgebetstag

Weltgebetstag

Bericht über den Weltgebetstag 2021
von den Frauen des pazifischen Inselstaats Vanuatu

Ein Beitrag von R. Dernbach u. I. Schnegelsberg vom WGT-Team Dipperz 

 

„Worauf bauen wir?“

Am ersten Freitag im März treffen sich über Konfessions- und Landesgrenzen hinaus Frauen (und Männer) zum gemeinsamen Gebet und zur Feier eines gemeinsamen Gottesdienstes. So lud auch das Dipperzer Weltgebetstagsteam in diesem Jahr– trotz Corona-Pandemie – am Freitag, den 05. März 2021 – zum Weltgebetstagsgottesdienst ein. Rund 60 Kirchenbesucher*innen aus Dipperz und Umgebung kamen und feierten gemeinsam unter Beachtung der Corona-bedingten Einschränkungen und Abstandsregeln einen wunderschönen Gottesdienst in der mit Südseeflair geschmückten katholischen Kirche St. Antonius und Placidus in Dipperz.

Mit Frauenstimmen aus Vanuatu, Texten, Gebeten und dem Segen gestaltete das Weltgebetstagsteam gemeinsam mit Pfarrer Piotr Kownacki den Gottesdienst. Die Musikgruppe mit Solosängerinnen aus Kleinsassen unter der Leitung von Frau Judith Schenkel ließen mit Liedrufen und Weltgebetstagsmusik aus Vanuatu den Gottesdienst zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.

Eindrucksvolle Fotos von Vanuatu, einem rund 12.000 km entfernten Inselstaat, wurden vor und während des Gottesdienstes zum Weltgebetstag auf eine Leinwand projiziert, so dass den Gottesdienstbesucher*innen das Land, die christlichen Frauen und deren Anliegen präsent waren.

Vanuatu ist mit seinem blauen Meer, seiner Flora und Fauna ein Südseeparadies. Lange galt Vanuatu als das glücklichste Land mit den glücklichsten Menschen auf der Welt. Doch die Frauen dort bestätigen das nicht. Vanuatu ist für sie ein Land mit unglaublich schwierigen Lebensumständen. Die Frauen dort sorgen für den Erhalt der familiären Strukturen, haben kaum Mitspracherechte und sind oft der Gewalt der Männer ausgesetzt.

Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels steht der Pazifikstaat auf Platz eins der Weltrisikoliste. Verheerende Zyklone schlagen immer häufiger zu und der Meeresspiegel steigt und steigt. Deshalb werden die Inseln bald verschwunden sein. Diese Situation haben nicht die Menschen dort verschuldet.

Das Geschick dieser Menschen ist eng mit der Globalisierung, mit unserer Art zu leben, verknüpft. Es stellt für uns eine große Herausforderung dar, die Verantwortung für die Folgen des Klimawandels wahrzunehmen. Wenn wir unser Verhalten nicht ändern, gehen die Inseln in der Südsee unter. Wir als WGT-Gemeinde müssen uns das bewusst machen.

Gerade jetzt, in der Pandemie, erfahren wir schmerzlich, dass wir Vertrautes vermissen und alte Sicherheiten schnell verloren gehen. Von den Frauen auf Vanuatu, die sich Wirbelstürmen und anderen Herausforderungen gewachsen zeigen, können wir gerade jetzt viel lernen. Mit dem Anlegen von Vorräten (Desaster-Food), mit innerer Stärke, mit Zusammenhalt und oft mit einem Lächeln meistern sie ihr Leben. Das kann uns einen Weg durch die Krise aufzeigen.

Die Zukunft mutig gestalten, darum ging es auch in der biblischen Botschaft des Weltgebetstages. Die Frauen aus Vanuatu wollten uns durch ihren Gottesdienst zum Weltgebetstag dazu ermutigen, an Althergebrachtem zu rütteln, uns neu zu vergewissern, ob das Haus unseres Lebens auf festem Grund steht.

„Worauf bauen wir?“, war daher das Motto des Weltgebetstags, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7 stand: „Alle, die nun meine Worte hören und entsprechend handeln, werden einer klugen Frau, einem vernünftigen Mann ähnlich sein, die ihr Haus auf Felsen bauten. Und Regen fällt herab, es kommen reißende Flüsse, Stürme wehen und überfallen dieses Haus – und es stürzt nicht ein! Denn es ist auf Felsen gegründet. Alle, die nun meine Worte hören und sie nicht befolgen, werden so unvernünftig sein wie eine Frau oder ein Mann, die ihr Haus auf Sand bauten. Und Regen fällt herab, es kommen reißende Flüsse, Stürme wehen und prallen an dieses Haus – da stürzt es in einem gewaltigen Zusammenbruch ein!“

Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie die klugen Menschen im biblischen Text. Unser persönliches Handeln ist für unser Leben entscheidend.

Menschen rund um den Erdball teilen am Weltgebetstag solidarisch und auf Augenhöhe miteinander. Ein wichtiges Zeichen dieser Solidarität mit Frauen und Mädchen ist die Kollekte aus den Gottesdiensten. So konnten wir in Dipperz die stolze Summe von 455 Euro sammeln und weitergeben. Mit den Kollekten des Weltgebetstags, alleine aus Deutschland, können in Vanuatu und weltweit 50 bis 70 Projekte gesichert werden. Allen, die geholfen haben, hier an dieser Stelle noch einmal ein „Vergelt´s Gott“.